Was mir den Tag gefressen hat
Protokoll schreiben. Termin verschieben. Im Postfach suchen, was letztes Mal
besprochen wurde. Nachfassen, weil es sonst keiner macht.
Ich habe das jahrelang gemacht und mich jedes Mal geärgert. In der Zeit hätte
ich mit jemandem reden können.
Mein Kalender sah aus wie der eines Sekretariats. Nur ohne die Ordnung.
Ich war damit nicht allein. Wer im Büro arbeitet, verbringt fast ein Fünftel der
Arbeitszeit damit, Informationen und die richtigen Leute zu suchen.
McKinsey Global Institute, «The social economy», 2012.
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Ein Ablauf kam immer wieder
In den zwanzig Jahren habe ich Märkte aufgebaut, Kunden gewonnen, Teams begleitet
und Angebote verhandelt. In allen möglichen Branchen und Betriebsgrössen.
- Eine Anfrage kommt rein.
- Der Betrieb ist voll.
- Der Rückruf wird verschoben.
- Keiner weiss genau, wer dran ist.
- Der Kunde wartet.
- Dann ruft er beim nächsten an.
Dazu kommt: Jede Unterbrechung kostet mehr als das Telefonat selbst. Bis man wieder
bei der Arbeit ist, die man gerade hatte, vergehen im Schnitt gut 23 Minuten.
Gloria Mark, UC Irvine, im Gallup Business Journal 2006.
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Die wenigsten Aufträge gehen verloren, weil das Angebot
schlecht war.
Irgendwann habe ich nachgerechnet
Bei einem grossen Abschluss fällt so etwas sofort auf. Da hängt eine Zahl dran und
jemand fragt nach. Beim Handwerksbetrieb mit zwölf Leuten merkt es keiner. Verpasste
Anrufe stehen in keiner Auswertung. Es gibt ja keine Liste mit Kunden, die nie
angerufen haben.
Anfrage aufnehmen, Bedarf klären, Termin suchen, eintragen,
dokumentieren
- 15 Min.pro Anfrage
- 25 Std.bei 100 Anfragen im Monat
- 12'700.–pro Jahr, nur dafür
Nur um herauszufinden, was jemand will und wann er Zeit hat.
Ich war ziemlich sauer, als ich das gesehen habe. Nicht auf die Betriebe. Eher
darauf, dass wir das alle für normal halten.
Wem ich helfen will
Die Betriebe, an die ich denke, haben genug Arbeit. Sie haben volle Tage, zu wenig
Leute und abends keine Lust mehr, über Abläufe nachzudenken. Verstehe ich.
Es sind auch die meisten: Neun von zehn Schweizer Firmen haben weniger als zehn
Beschäftigte. Oft steht die Chefin oder der Chef selbst am Telefon.
Bundesamt für Statistik, KMU-Statistik 2023.
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Genau die werden bei der Digitalisierung gerade abgehängt. Acht Prozent der kleinen
Firmen nutzen KI. Bei den grossen ist es jede dritte. Die Lücke wird grösser.
Zahlen von der KOF der ETH Zürich, Erhebung 2020 bis 2022.
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Das ärgert mich. Am Können liegt es nämlich nicht. Es liegt
daran, dass keiner Zeit hat.
Zu Konzernen mit eigener Digitalabteilung muss ich nicht. Die haben mich nicht nötig.
Warum Catchly klein anfängt
Von grossen Projekten halte ich wenig. Ein halbes Jahr Beratung, ein neues System,
drei Schulungen. Am Ende nutzt es keiner und alle sind froh, wenn niemand mehr davon
spricht.
Catchly fängt absichtlich klein an. Ein Agent, der ans Telefon geht. Mehr nicht.
Gedacht ist es aber grösser: Der Anfang ist der Anruf, weil dort jeden Tag etwas
liegen bleibt. Was danach kommt, entscheidet sich bei dir im Betrieb.
Es ist trotzdem ein richtiger erster Schritt. Wer einmal sieht, dass der Agent
zuverlässig abnimmt, nachfragt und den Termin einträgt, fragt beim nächsten Mal von
selbst: Was könnten wir sonst noch abgeben?
So kommt Digitalisierung im Alltag an. Bei dem, was sowieso jeden Tag passiert.
Warum jetzt und nicht irgendwann
Ein Drittel der Schweizer KMU arbeitet heute mit KI. Vor einem Jahr war es ein
Fünftel.
AXA KMU-Arbeitsmarktstudie 2025, zitiert auf kmu.admin.ch.
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Man muss nicht jeden Trend mitmachen. Aber die Erwartung der Kunden verschiebt sich,
während man wartet. Wer anruft und niemanden erreicht, versucht es selten ein zweites
Mal. Er ruft woanders an. Im Vertrieb ist die Chance, jemanden zu gewinnen, nach fünf
Minuten deutlich höher als nach dreissig.
MIT und InsideSales.com, «Lead Response Management Study», 2007.
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Wer nicht anfängt, bleibt nicht stehen.
Er fällt zurück.
Ich möchte, dass die Betriebe, die ich kenne, auf der richtigen Seite landen.
Darum gibt es Catchly.